Die schönsten Weihnachtsmärkte Europas

by

Der Nürnberger Christkindlmarkt gilt als das Aushängeschild für die deutschen Weihnachtsmärkte. Doch wie sieht es mit den Weihnachtsmärkten außerhalb Deutschlands in Europa aus? Auch in der Weihnachtszeit gilt: Andere Länder – andere Sitten. Zwar haben sich viele Traditionen und Bräuche im Laufe der Jahre über die ganze Welt verbreitet, dennoch gibt es in fast jedem Land lokale Besonderheiten. In einem Kontinent bringt das Christkind die Geschenke, in einem anderen der Weihnachtsmann, der Julemand oder der Nikolaus. Wie und wo die Menschen in anderen Ländern Weihnachten feiern und welche Bräuche es zu Weihnachten dort gibt, schildern wir nachfolgend.

Wien – Christkindlmarkt

Der Christkindlmarkt in Wien geht ursprünglich auf den Katharinenmarkt im Jahr 1294 zurück. Dieser wurde bereits 1626 in einen Weihnachtsmarkt vor dem Stephansdom gewandelt. Der größte Christkindlmarkt in Österreich ist nun nach vielen Standortwechseln am Wiener Rathaus Zuhause und erfreut dort jährlich mehreren Millionen Besucher. Neben den üblichen Weihnachtsmarkt-Ständen gibt es auch ein Postamt mit Sonder-Christkindl-Briefmarken sowie –Stempeln. Im Angebot ist ebenso ein Kasperltheater sowie internationales Adventssingen. Prominente lesen Kindern täglich ihre Lieblings-Weihnachtsgeschichten vor. Übrigens befinden sich in Wien noch 15 weitere Weihnachtsmärkte, deren Besuch ebenfalls sehr lohnenswert ist.

Traditionell läutet in Österreich am Heiligen Abend das österreichische Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ die weihnachtlichen Feierlichkeiten und die Bescherung ein. Die Weihnachtszeit endet am 06.01. mit den Sternsingern, die singend von Haus zu Haus ziehen und dabei Geld für wohltätige Zwecke sammeln.

Krippe beim Wiener Rathaus
Traditionell und klassisch der Christkindl-Markt in Wien
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Bozen – Weihnachtsmarkt aus neuer Zeit

Ganz jung ist noch der Bozener Christkindlmarkt. Er wurde erst 1990 erstmalig ins Leben gerufen. Doch er ist auch der erste Weihnachtsmarkt Italiens. Der Hauptmarkt befindet sich am Waltherplatz. Im Winterwald des Schlossgartens des Palais Campofranco sind ebenso wie in der Altstadt noch weitere Weihnachtsmärkte vorhanden. Obwohl die Tradition der Weihnachtsmärkte erst sehr spät in Italien aufgegriffen wurde, legen sich die Veranstalter mächtig ins Zeug. Bozen wurde bereits mehrmals zur italienischen Hauptstadt der Weihnacht gekürt.

Die Italiener feiern gleich viermal Weihnachten: mit dem 6. Dezember beginnen die weihnachtlichen Festtage. Dies ist der Tag des San Nicola (auf Deutsch Nikolaus). Nur eine Woche später, exakt am 13. Dezember, beschenkt Santa Lucia die Armen. Das eigentliche Fest startet am 25. Dezember mit der Feier des Jesuskinds (auf Italienisch: il Bambinello Gesu). Dies wird in ganz Italien ausgiebig gefeiert und die Bescherung findet bereits morgens statt. Dann finden die Kinder ihre Geschenke entweder vor der Schlafzimmertür oder, wie in Deutschland üblich, unter dem Weihnachtsbaum. Beendet werden die Festlichkeiten am 6. Januar mit der guten Zauberin La Befana . Sie saust nachts auf ihrem Besen durch die Schornsteine und hinterlässt den artigen Kindern Geschenke in ihren Schuhen oder Strümpfen. Böse Kinder finden dann allerdings lediglich Kohlestückchen vor.

Basel – größter Weihnachtsmarkt in der Schweiz

Der zweigeteilte Christkindlmarkt in Basel zählt zu den größten Weihnachtsmärkten in der Schweiz. Er findet auf dem Barfüsserplatz sowie auf dem Münsterplatz statt. Weihnachtliche Stimmung verbreiten rund hundert große mit zahlreichen Lichterketten geschmückte Tannen. Auch hier ist vom Glühwein bis zum Kunsthandwerk und Kinderspielzeug sowie Christbaumschmuck alles zu haben, was das Herz zu Weihnachten begehrt. Für die Kleinen wird ein Kinderprogramm mit einem Handwerksatelier angeboten, in dem beispielsweise die Kunst des Kerzenziehens erlernt werden kann. Eine besondere Spezialität der Region ist das berühmte Baseler Leckerli, ein lebkuchenähnliches Gebäck mit Honig, kandierten Früchten und Nüssen.

In der Schweiz bringt am 6. Dezember der „Samichlaus“ den Kindern kleine Geschenke und Süßigkeiten. Die Schweizer verbringen den Heiligabend in der Regel gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern bei einem ausgiebigen Mahl. Im Mittelpunkt steht auch hier der festlich geschmückte Weihnachtsbaum. Gemeinsam werden Geschenke verteilt, Weihnachtslieder gesungen und die Christmette besucht.

Weihnachtsmarkt in Paris
Bei Schneefall und Vorfreude kann Paris mit besonderem Weihnachtsflair aufwarten
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Paris – schicker Weihnachtsmarkt an der Champs Élysées

Der „Marché de Noel“, der Pariser Weihnachtsmarkt an der Champs Élysées, gibt sich betont schick. Die dortigen Bäume und Brunnen sind mit zahlreichen Lichtern verziert und tragen mit dazu bei, der weltweit magischste Weihnachtsmarkt zu sein. Das ganze Spektakel lässt sich am besten am Place de la Concorde vom 60 Meter hohen Riesenrad überblicken. Im Angebot stehen zahlreiche künstlerische und kulturelle Darbietungen, sowie für Jung und Alt kostenlose Animationen. Eine regionale Spezialität des Weihnachtsmarktes ist Foie gras – Gänse- oder Enten-Stopfleber – sowie heiße Maronen und Austern.

Der Höhepunkt des französischen Weihnachtsfestes ist „Le Reveillon“ – der Weihnachtsschmaus. Krönender Abschluss des Mahls ist das Paradedessert „Buche de Noel“ – eine Schoko-Biskuitrolle. An der anschließenden Mitternachtsmesse nimmt dann die gesamte Familie teil. Während dieser Zeit kommt der Weihnachtsmann ins verlassene Wohnzimmer, der hier „Père Noel“ heißt, und füllt in den dort von den Kindern aufgestellten und frisch geputzten Schuhen seine Geschenke.

Julmarknad in Stockholm

Der Christkindlmarkt in Stockholm heißt „Julmarknad“ und findet alljährlich in dessen Altstadt „Gamla Stan“ statt. Das typische Schwedenrot der landestypischen Häuschen wiederholt sich an den Ständen. Angeboten werden klassische schwedische Produkte wie Räucherlachs, Knäckebrot, Glögg (ein mit Mandeln und Rosinen versehener Glühwein), Würste und Kunsthandwerk. Der Stockholmer Weihnachtsmarkt ist im Gegensatz zu vielen anderen Märkten noch klein und ursprünglich geblieben. Am Freilichtmuseum Skansen sowie im Park Kungsträdgården befinden sich noch weitere Christkindlmärkte. Selbst der winterliche Schärengarten, der von der Innenstadt aus leicht mit einem Dampfschiff zu erreichen ist, hat einen Weihnachtsmarkt zu bieten.
In ganz Skandinavien heißt Weihnachten Julfest und verfügt über eine lange Tradition. Der Name stammt von den alten Ernte- und Mittwinter-Bräuchen. Bei diesen Festen wurde Julbrot gebacken, Julstroh in der Julstube verstreut und Julbier gebraut. Am 13. Januar endet dann das Julfest mit einem zünftigen Gelage.

Weihnachtsmarkt in Barcelona – Spanien

Der Caga Tió ist eine Besonderheit auf dem katalanischen Weihnachtsmarkt. Der Tió ist ein Holzklotz oder toter Baumstamm, der traditionell mit einem lächelnden Gesicht, einer roten Kappe und zwei Beinen geschmückt ist. Er ersetzt den klassischen Weihnachtsmann und wird liebevoll täglich gefüttert und mit einer Decke zugedeckt. Bis er schließlich am Heiligabend kleine Geschenke für die Kinder verteilt. Beim Fira de Santa Llúcia haben Krippen und die Darstellung des Stalls von Bethlehem eine besondere Bedeutung.

In Spanien nimmt der 24. Dezember keinen hohen Stellenwert ein. Anstelle des Weihnachtsmanns überbringen die Heiligen Drei Könige am 6. Januar die Geschenke. Unartige Kinder erhalten auch hier nur Kohlestückchen.

Schreibe einen Kommentar